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Alle Antworten zum Thema Kurzarbeit

• KURZARBEIT •

Von Kurzarbeit spricht man, wenn in einem Betrieb die Arbeitszeit zeitlich begrenzt herabgesetzt wird. Damit du nicht gekündigt werden musst und dein Betrieb und die Wirtschaft insgesamt die Corona-Krise verkraften, gibt es ein besonderes Modell:

Deine Arbeitszeit kann auf bis zu null Stunden verringert werden. Trotzdem bekommst du fast deinen ganzen Lohn oder dein ganzes Gehalt weiterbezahlt.

Dauer der Kurzarbeit

Die Dauer der Kurzarbeit ist zunächst auf 3 Monate beschränkt, kann bei Bedarf aber um weitere 3 Monate verlängert werden.

Kurzarbeits-Zeitraum

Im Durchschnitt des vereinbarten Kurzarbeits-Zeitraums kann sich die Arbeitszeit für die betroffenen Arbeitnehmer/-innen zwischen 10 und 90 Prozent der wöchentlichen Normalarbeitszeit bewegen.


Fragen zu Kurzarbeit

Was bringt dir die Corona-Kurzarbeit?

Deine Arbeitszeit wird verringert und du behältst deine Arbeit. Dein Betrieb zahlt dir in der Kurzarbeit die Arbeitsstunden, die du tatsächlich im Betrieb leistest. Jene Stunden, die ausfallen (da der Betrieb auf Sparflamme weiterläuft oder gar gänzlich eingestellt ist), werden fast zur Gänze (80-90%) aus den Mitteln des AMS abgegolten.

Dazu hast du:

  • Kündigungsschutz während der Kurzarbeit und bis einen Monat danach.
  • Corona-Kurzarbeit ist auch in Betrieben ohne Betriebsrat möglich.
  • Kurzarbeit gilt auch, wenn der Betrieb vollständig geschlossen ist.

Wie viel Lohn oder Gehalt bekommst du bei Kurzarbeit?

Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS bemisst sich an deinem Nettolohn bzw. Nettogehalt vor der Kurzarbeit inklusive Zulagen, Zuschläge und laufender Provisionen, nicht hingegen Aufwandsentschädigungen/Diäten und Überstundenentgelte.

ÜBERSICHT:

Bis zu € 1.700, - Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 90% des bisherigen Nettoentgelts.
Bis zu € 2.685, - Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 85% des bisherigen Nettoentgelts.
Ab € 2.686, - Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 80% des bisherigen Nettoentgelts.
Für Einkommensteile über € 5.370, - gebührt keine Beihilfe.
Bei Lehrlingen beträgt das Einkommen 100% des bisherigen Nettoentgelts.

Muss du vor der Kurzarbeit Urlaub und Zeitguthaben verbrauchen?

Die Richtlinie zur Corona-Kurzarbeit besagt, dass Alturlaube aus Vorjahren und offene Zeitausgleichsguthaben vor oder während der Kurzarbeit „tunlichst“ abzubauen sind. Sollte also die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber verlangen, Zeitausgleich oder Alturlaub abzubauen, ist dem Verlangen nachzukommen. Im Gegenzug gibt es dafür einen besonders großzügigen Lohnausgleich (80-90 Prozent) seitens des AMS.
Den Alturlaub zu verbrauchen hat den Vorteil, dass in der Zeit des Urlaubs das volle Entgelt zusteht und nicht nur 80% bis 90%.

Wie kann der Betriebsrat bei der Kurzarbeit mitwirken?

Dein Betriebsrat kann wichtig sein, damit es überhaupt erst Verhandlungen über die Kurzarbeit gibt. Er ist in jedem Fall von Beginn an in die Verhandlungen zur Einführung von Kurzarbeit einzubeziehen. Bei Fehlen eines Betriebsrates tritt an dessen Stelle die Gewerkschaft.

Spricht aus Unternehmenssicht etwas gegen die Kurzarbeit?

Nein. Auf Drängen der Sozialpartner wurde die Corona-Kurzarbeit für Unternehmen noch attraktiver gemacht. Die Bundesregierung übernimmt die Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte in Corona-Kurzarbeit ab dem ersten Tag. Aus jetziger Sicht gibt es keinen Grund, Arbeitnehmer/-innen zu kündigen.

Mein Arbeitsverhältnis wurde leider vor Einführung der Corona-Kurzarbeit gelöst. Kann ich dennoch Kurzarbeit in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich gibt es für Kurzarbeit keine Mindestbeschäftigungsdauer. Daher kannst du die Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber wieder rückgängig machen, also erneut in das Arbeitsverhältnis eintreten, um dann in Kurzarbeit zu gehen.

Wie lange kann Corona-Kurzarbeit dauern?

Zunächst ist der Zeitraum für Corona-Kurzarbeit auf drei Monate begrenzt. Bei Bedarf kann die Kurzarbeit um weitere drei Monate verlängert werden.

Wie kann deine Arbeitszeit verringert werden?

Im gesamten Zeitraum der Kurzarbeit (z.B. 3 Monate) musst du mindestens 10% deiner bisherigen Arbeitszeit arbeiten. Die Arbeitszeit kann aber auch aufgeteilt werden, sodass du am Anfang vielleicht null Stunden in der Woche arbeitest, später entsprechend mehr.

BEISPIEL:

Ein Betrieb führt für 3 Monate (13 Wochen) Kurzarbeit ein. Davon ist auch eine Vollzeitkraft mit 38,5 Wochenstunden Normalarbeitszeit betroffen.
10 % von 38,5 Stunden sind 3,85 Stunden. Mit 13 Wochen multipliziert bedeutet das, dass die Vollzeitkraft im gesamten Zeitraum der Kurzarbeit mindestens 50,05 Stunden (also 50 Stunden und 3 Minuten) arbeiten muss.
Wann diese 50 Stunden und 3 Minuten erbracht werden, wird im Betrieb festgelegt und hängt natürlich von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.

Es wäre also möglich, in den ersten 11 Wochen gar nicht zu arbeiten. Die Vollzeitkraft bekäme dafür 80-90% ihres bisherigen Einkommens vom AMS ersetzt, die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber hätte 11 Wochen lang gar keine Personalkosten. In der 12. Woche könnte beispielsweise 11 Stunden und 33 Minuten gearbeitet werden, um in der letzten Woche wieder, wie gewohnt, 38,5 Stunden zu leisten.

Was passiert mit deinen Sonderzahlungen (Urlaubsgeld) in der Kurzarbeit?

Deine Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) werden, unabhängig von deiner Nettoersatzrate (80-90 Prozent), ungekürzt vom AMS getragen. Du erhältst im Jahr 2020 daher wie gewohnt dein „volles“ Urlaubs- und Weihnachtsgeld zum jeweiligen Fälligkeitszeitpunkt vom Arbeitgeber/Arbeitgeberin ausbezahlt.

Gilt Verringerung der Arbeitszeit als Freizeit?

Grundsätzlich gilt die freiwerdende Zeit als Freizeit und steht dir zur freien Verfügung. Du kannst in dieser Zeit auch einem anderen Arbeitsverhältnis nachgehen und Geld dazuverdienen. Beachte in diesem Zusammenhang aber aufrechte gesetzliche bzw. einzelvertragliche Konkurrenzverbote!

Kannst du während der Kurzarbeitsphase gekündigt werden?

Während der Dauer der Kurzarbeit muss dein Betrieb die Zahl an Mitarbeiter/-innen halten, die zum Zeitpunkt des Antrags auf Kurzarbeit bestanden hat.

Betriebsbedingte Kündigungen dürfen frühestens nach der einmonatigen Behaltefrist ausgesprochen werden. Davon kann das AMS nur ausnahmsweise absehen, wenn wichtige Gründe vorliegen, welche die Aufrechterhaltung des Beschäftigtenstandes unmöglich erscheinen lassen.
Personenbezogene Kündigungen sind hingegen immer möglich. Der Arbeitgeber ist jedoch verpflichtet, die Kündigung des konkreten Beschäftigten dem AMS zu begründen und den Beschäftigtenstand durch Einstellung einer neuen Arbeitskraft aufrecht zu erhalten.

Gibt es nach der Kurzarbeitsphase einen Kündigungsschutz?

In den Kurzarbeitsvereinbarungen wird eine Behaltepflicht für die Zeit nach der Kurzarbeit von einem Monat festgelegt. Diese Behaltefrist nach der Kurzarbeit gilt natürlich nur für die Arbeitnehmer/-innen, die von der Kurzarbeit betroffen waren.

Kannst du während der Kurzarbeitsphase selbst kündigen?

Du kannst während der Kurzarbeit jederzeit unter Einhaltung der geltenden Fristen selbst kündigen bzw. eine einvernehmliche Auflösung deines Dienstverhältnisses vorschlagen. Im Falle einer einvernehmlichen Lösung gilt diese jedoch nur, wenn du nachweislich Gelegenheit hattest, dich mit Betriebsrat oder Gewerkschaft über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu beraten.

Kannst du auch mit einem befristeten Arbeitsvertrag, bei Leiharbeit, in Teilzeit oder als Lehrling Kurzarbeit bekommen?

Ja! Wenn du Teilzeit arbeitest, muss deine Arbeitszeit entsprechend verringert werden.
Leiharbeitnehmer/-innen können ebenfalls kurzarbeiten, wenn der Beschäftigerbetrieb kurzarbeitet und auch mit dem Leihunternehmer (Arbeitskräfteüberlasser, also dem Arbeitgeber) eine eigene Kurzarbeitsvereinbarung abgeschlossen wird.
Diese Kurzarbeitsvereinbarung bezieht sich dann nur auf jene Leiharbeitnehmer/-innen, die im kurzarbeitenden Beschäftigerbetrieb eingesetzt sind und nun ebenfalls dort kurzarbeiten sollen.

WICHTIG: du darfst in der ausgefallenen Arbeitszeit vom Arbeitskräfteüberlasser nicht in ein anderes Unternehmen „verliehen“ werden! Als Lehrling erhältst du sogar die volle Lehrlingsentschädigung weiter ausbezahlt!

Darfst du während der Kurzarbeit Überstunden machen?

Du kannst Überstunden machen, wenn das in der Vereinbarung festgelegt wird. Im Fall geleisteter Überstunden sind diese von den im jeweiligen Abrechnungsmonat angefallenen Ausfallstunden in Abzug zu bringen.

Das heißt: sind in einem Monat 80 Stunden ausgefallen und würden vom AMS ausgeglichen werden und hast du gleichzeitig 5 Überstunden geleistet, werden diese 5 Überstunden (mit Zuschlag) vom Arbeitgeber/Arbeitgeberin bezahlt, während dir das AMS in diesem Monat nur 75 Ausfallsstunden ersetzt.

Was passiert, wenn du während der Kurzarbeit krank wirst?

Wenn du krank wirst, bekommst du natürlich eine Entgeltfortzahlung wie sonst auch. Dein Betrieb zahlt deinen Lohn oder Gehalt weiter im Ausmaß der Arbeitszeit, die du noch geleistet hättest. Das AMS zahlt den Rest im Ausmaß deiner Nettoersatzrate (80/85/90 Prozent).

BEISPIEL:
Deine Wochenarbeitszeit wurde von 40 auf 10 Stunden herabgesetzt. Wenn du eine Woche lang krank bist, leistet das Unternehmen eine volle Entgeltfortzahlung für 10 Stunden, das AMS bezahlt deine Nettoersatzrate für 30 Stunden. Du bekommst also während du krank bist bis zu 90 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.

Kannst du während der Kurzarbeit in Urlaub gehen?

Selbstverständlich ist das möglich. Die meisten Vereinbarungen sehen vor, dass während des Urlaubs das volle Entgelt bezahlt wird, als ob es keine Kurzarbeit gäbe. Nicht möglich ist es aber, nur an jenen Tagen Urlaubstage zu konsumieren, während derer gearbeitet wird, und für die Tage, an denen die Arbeit ausfällt, nicht. Mit z.B. drei Urlaubstagen eine ganze Woche frei zu bekommen ist also nicht möglich.

Können Vereine Kurzarbeit einführen? Wer ist dein/-e Ansprechpartner/-in?

Wenn du eine Arbeitsstelle in einem Verein hast, kannst du Kurzarbeit vereinbaren. Ansprechpartner/-in ist für den Geschäftsführer/-in des Vereins die Wirtschaftskammer, für die Arbeitnehmer/-innen und den Betriebsrat hingegen die zuständige Gewerkschaft.

Was passiert, wenn dein Arbeitgeber während der Kurzarbeit insolvent wird?

In diesem Fall wird die Kurzarbeit beendet. Erkläre dich weiterhin arbeitsbereit und melde dich unverzüglich bei der AK.

Weiterführende Links:

Farbbalken von DreiFünf macht Werbung der Full Service Werbeagentur in Graz, Steiermark